A10: Warum die Linke?

 

Der Landesverband Niedersachsen der Linksjugend [’solid] bekräftigt seinen Status als parteinahen Jugendverband und Jugendorganisation des Landesverbandes Niedersachsen der Partei Die Linke mit folgender Begründung:

Es ist eine unbestreitbare Tatsache und vollkommen berechtigte Kritik, wenn viele Genoss:innen im ganzen Land feststellen, dass die Partei Die Linke in weiten Teilen reformistisch agiert und sich an bürgerlich-parlamentarische Illusionen klammert, um als Koalitionspartner wahrgenommen zu werden. Doch so richtig diese Analyse auch ist: Die Konsequenz daraus darf niemals der reine Austritt oder die politische Passivität sein. Wer sich aus der Partei zurückzieht, um seine theoretische Reinheit zu bewahren, verliert seine politische Wirksamkeit. Auch wenn der Kampf der inneren Opposition ein langwieriger ist, behält man damit weiterhin eine politische Wirksamkeit innerhalb der Partei, die man ohne eine Mitgliedschaft nicht hat.

Wir wollen und brauchen keine Bewegung der moralisch Überlegenen, sondern eine der politisch Handlungsfähigen. Gerade reformistische Kräfte haben es in dieser Partei sehr leicht, wenn sie durch vor Jahren gewählte Ämter als Einzelpersonen entgegen der Parteilinie eine Meinung äußern oder umsetzen können, weshalb gleich dutzende Anhänger:innen des linken Flügels austreten. Um das zu verhindern, müssen wir unseren Genoss:innen die Werkzeuge für den schwierigen Prozess der echten inhaltlichen Arbeit an die Hand geben, anstatt zuzusehen, wie sich politische Praxis in Symbolik erschöpft.

Ein schnell erstellter Instagram-Account oder eine WhatsApp-Gruppe, die kurzerhand zum Bundesarbeitskreis deklariert wird, schaffen in sich keine gesellschaftliche Gegenmacht, sondern simulieren lediglich Wirkmächtigkeit. 

Wir sollten unseren Genoss:innen zeigen, wie sie über Medienarbeit (vor allem auch über Pressemitteilungen), über das Auswirken von internem Druck, über das Stellen von Anfragen durch die Bundestags-, Landtags-, Stadtratsfraktion und lokale MdBs, sowie über das Organisieren von direkten Solidaritätsaktionen und Demos Einfluss auf die Partei und die Politik im gesamten Land nehmen können, sodass berechtigte Wut über Fehlverhalten in der Partei in konstruktiver Veränderung resultiert, gerade jetzt wo sich so viel in der Partei Die Linke ändern kann.