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Bildung Hochschul-Politik

Mietenwahnsinn beenden, Studierende schützen! WG-Mieten in Deutschland steigen trotz Corona weiter an

„Homeschooling war noch nie so teuer. Denn gerade durch Corona sind die WG-Zimmer für viele Studierende zu Hörsälen und Seminarräumen geworden. Und als würde es nicht sogar schon reichen, dass dies die Kosten für Strom und Heizung nach oben treibt. Nein, auch die Mieten steigen immer weiter an. Dem entgegen stehen für viele Studierende massive Einkommensausfälle, weil in manchen Branchen wie der Gastronomie die Jobs weggebrochen sind. Gleichzeitig tun weder Bund noch das Land etwas dafür, die Lage der Studierenden wirklich zu verbessern. Die Corona-Hilfen für Studierende sind zu niedrig und helfen nur wenigen und zum Mietenwahnsinn schweigen sich die Regierenden aus“, kritisiert Felix Mönkemeyer, Landesvorsitzender der Linksjugend in Niedersachsen die Problematik.

Mönkemeyer fordert deswegen, „Die Landesregierung muss den Kommunen sofort ermöglichen einen Mietendeckel nach Berliner-Vorbild einzurichten. Gerade in den Uni-Städten wie Hannover oder Göttingen sind die Mieten in den letzten Jahren um über 40% in die Höhe geschnellt. Dieser Höhenflug muss gestoppt werden und Wucher-Mieten im Zweifel abgesenkt! Gleichzeitig muss der Bund endlich das BAföG für alle öffnen! Die bestehenden Hilfen sind viel zu bürokratisch. Wenn der Bund nicht handeln will, muss das Land dringend eigene Maßnahmen zur direkten finanziellen Unterstützung von Studierenden ergreifen.“

Hintergrund: Die Durchschnittsmiete für WG-Zimmer in deutschen Unistädten ist im Jahr 2020 auf ganze 400 Euro angewachsen. Dies sind 11 Euro mehr im Monat als noch im Vorjahr. Die Zahlen gehen aus einer gemeinsamen Studie des Berliner Moses-Mendelssohn-Instituts (MMI) und des Portals wg-gesucht.de hervor.

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Bildung Gesundheit

Corona – Deutschland im Krisenmodus

Ganz Deutschland wird aktuell von Corona in Atem gehalten. Stündlich gibt es Neuigkeiten über infizierte Promis, Reisewarnungen und abgesagte Fußballspiele. Die Bundesregierung versucht die Bevölkerung zu beruhigen und spricht gleichzeitig von der Gefahr, dass zehntausende sterben könnten. Doch während andere dem Rätsel auf die Spur gehen, warum ein Jahresvorrat Klopapier uns vor dem Zusammenbruch der Zivilisation bewahrt, wollen wir uns mit der Frage beschäftigen, wie wir alle gestärkt aus dieser Krise hervor gehen können.

Die ersten Schlagzeilen machte Corona hierzulande durch die Abriegelung der Stadt Wuhan in der chinesischen Hubei Provinz. Derartige Maßnahmen hielten wir in Deutschland nach damaligen Stand für unmöglich. So gelang es uns auch nach vielen Monaten nicht eine menschenwürdige Unterbringung von Geflüchteten zu gewährleisten und auch auf die drohende Klimakatastrophe fanden wir bisher keine Antwort. Binnen einer Woche wurden nun aber alle größeren Veranstaltungen abgesagt, die Schließung der Schulen angekündigt, einzelne Gemeinden unter Quarantäne gestellt und mehr Arbeitnehmer als je zuvor arbeiten von Zuhause.

Coronaferien oder digitales Bildungssystem?

Ab dem 16.03 wurden die Schulen in Niedersachsen geschlossen. Das klingt zwar für den/die Einzelne erstmal schön, bedeutet für die Schüler*innen aber einen langen Unterrichtsausfall, der sich kaum aufholen lässt. Abiturient*innen sollen zwar weiterhin unterrichtet werden, was aber den Haupt und Realschülern in ihren Abschlussjahrgängen oder von Unterrichtsausfall betroffenen nicht weiterhilft. Da Aktivitäten außerhalb der eigenen vier Wände wegen Corona nicht ratsam sind, werden viele von ihnen wohl in den nächsten Wochen einige Zeit an ihren Laptops, PCs, Smartphones und Tabletts verbringen.

Wir finden, dass Schulen in dieser Zeit eine Grundversorgung mit Unterricht so gut wie möglich über das Internet bereitstellen sollten. Arbeitsblätter sollten im Jahr 2020 schon größtenteils Digital vorliegen und lassen sich zu Not einscannen. Ein Klassenraum lässt sich über Discord, Skype oder Teamspeak einrichten, sofern eine Schule nicht über das Know-How verfügt um eine professionelle Software zur Einrichtung eines digitalen Klassenraums einzurichten. Natürlich ist das nicht ganz leicht und sicher wird es einige Startschwierigkeiten geben. Wenn man aber ehrlich ist, ist ein baldiges Ende der Epidemie aber nicht sicher absehbar.

Profitgier macht Krank

seit der neoliberale Zeitgeist der 90er Jahre dafür gesorgt hat, das Krankenhäuser nicht mehr in erster Linie dem Wohl der Patienten sondern dem Wohl ihrer Aktionäre verpflichtet sind, ist unser Gesundheitssystem in eine gefährliche Schieflage geraten. Seitdem Jahr 1991 wurden in Deutschland fast 500 Krankenhäuser geschlossen, was fast 20% entspricht. Die Anzahl der Betten ist bei alternder Bevölkerung währenddessen um 30% gesunken und die Verweildauer um fast 50%. Patienten werden immer häufiger entlassen obwohl bevor sie sich von ihrer Operation oder Krankheit erholt haben. Selbst in der Notaufnahme sind 10 Stunden Wartezeit inzwischen keine Seltenheit mehr. Diese fatale Entwicklung recht sich nun insbesondere, da wir eine Situation haben, die ein extrem leistungsfähiges Gesundheitssystem erfordert.

Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 70% mit Corona erkranken werden und auch wenn die meisten von ihnen keinen schweren Verlauf haben werden, so wäre diese Situation selbst für ein bestens organisiertes Gesundheitssystem eine Herausforderung. Wenn man aber bedenkt, dass Ärzt*innen und Pfleger*innen seit einem Jahrzehnt auf dem Zahnfleisch laufen dann haben wir ein echtes Problem. Bereits jetzt sterben jedes Jahr zehntausende Menschen an den Folgen von Unterfinanzierung im Gesundheitssystem.

Unsere Forderung ist aus diesem Grund eine komplette Resozialisierung des Gesundheitssystems und ein Ende der über alles schwebenden Profitlogik. Wir brauchen Krankenhäuser und Angestellte, die genug Zeit haben sich um ihre Patienten zu kümmern, über beste Ausstattung verfügen und nicht ihren Shareholdern verpflichtet sind.  Vor dem Hintergrund der Ansteckungsgefahr fordern wir außerdem Prämien zu verbieten, die Mitarbeiter dazu motivieren sich Krank zur Arbeit zu schleppen sowie die Abschaffung der 2 Klassen Medizin durch Einführung einer Gemeinschaftsversicherung. Pflegende fordern nun neben angemessenem Schutz und dem Abbau von Bürokratie währen der Krise, dass sie endlich einen Lohn erhalten, der ihrem Dienst für die Gesellschaft entspricht. Eine Petition, die unteranderem 4.000€ Einstiegsgehalt für Pflegefachkräfte fordert, hat inzwischen über 120.000 Unterschriften erreicht. Wir ermutigen sie mit ihren Forderungen standhaft zu bleiben und erwarten, dass die Bundesregierung ihren Forderungen nachkommt.

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Bildung

Immer mehr Auszubildende in Niedersachsen sind verschuldet!

Eine Studie des Landesamtes für Statistik in Niedersachsen ergab, dass Niedersachsens Auszubildende im Schnitt mit 7.400 Euro Schulden ihre Ausbildung beenden. Für die linksjugend [‘solid] Niedersachsen ist dies ein unhaltbarer Zustand.

Dazu Landesvorsitzender, Felix Mönkemeyer: „Dass immer mehr junge Menschen ihre Ausbildung mit Schulden beenden ist ein verheerender Zustand, der vor allem in den steigenden Mieten und Reisekosten begründet liegt. Wir unterstützen deswegen ausdrücklich, alle Bestrebungen um Menschen in der Ausbildung zu entlasten! Ein erster wichtiger Schritt wäre ein Auszubildenden-Ticket für Bus und Bahn, das 365 Euro im Jahr kosten würde, also einen symbolischen Euro pro Tag. Dies würde den Auszubildenden Geld sparen und ihnen auch Mobilität garantieren. Ein weiterer Schritt wäre die Schaffung von ausreichend bezahlbaren Wohnraum, denn gerade in den Städten ist es für junge Menschen kaum noch möglich eine bezahlbare Wohnung zu finden. Eine deutliche Steigerung des sozialen Wohnungsbaus und auch ein Mietendeckel für die Ballungszentren wären hier geeignete Maßnahmen! Zu guter Letzt muss eine Mindestausbildungsvergütung her, die diesen Namen auch verdient hat und den Auszubildenden ein Einkommen von 80% der tarifüblichen Ausbildungsvergütung garantiert!“